Schulmedizin - die "Gretchenfrage"

Prof. Dr. Julius Hackethal
(1921 - 1997


Gretchen zu Faust:

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzensguter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon."

"Die Schulmedizin der ganzen Welt ist nicht in Ordnung, viel viel schlechter, als sie sein dürfte - von Amerika bis Rußland. Aber in der Bundesrepublik ist sie durch die Schuld der Ärzteführer eine nationale Katastrophe - nur übertroffen von Österreich."

Julius Hackethal: Operation ja oder nein? - Ratschläge für Kranke und Gesunde, Ullstein Sachbuch, S. VI

Der Chirurg und Klinikchef Prof. Dr. Julius Hackethal war Autor vieler standeskritischer Bücher. Seine Feststellungen sind das Resultat langjähriger einschlägiger Erfahrungen als Schulmediziner, der sich gerade deshalb von seinen Kollegen kein X für ein U vormachen ließ.

Hackethal war ein unbeugsamer Streiter gegen die Borniertheit der etablierten Medizin. 1963 erregte er Aufsehen, als er seinem damaligen Chef vielfache Kunstfehler vorwarf. Sein Buch "Auf Messers Schneide, Kunst und Fehler der Chirurgen" machte ihn 1974 einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Darin plädierte er für Behandlungsalternativen, mehr Ethik sowie eine bessere Arzt-Patienten-Beziehung. Aufsehenerregend waren auch seine Thesen zur Krebsbehandlung, insbesondere des Prostatakrebs, sowie sein Bekenntnis zur aktiven Sterbehilfe. Sein Buch "Der Meineid des Hippokrates" wird in der "Zwei-Klassen-Medizin" häufig zitiert.

Publikationen:

  Auf Messers Schneide, Kunst und Fehler der Chirurgen, Lübbe, Bergisch Gladbach, 1974
  Nachoperation, Molden Verlag, München/Wien/Zürich, 1977
  Operation, ja oder nein? - Ratschläge für Kranke und Gesunde, Goldmann Verlag, München, 1980
  Sprechstunde
  Keine Angst vor Krebs
  Krankenhaus - Über Patientenschicksale und Zustände in unseren Kliniken . (Bastei Lübbe; Bd. 60373), Bergisch Gladbach: Lübbe, 1994, 302 S.
  Der Meineid des Hippokrates - Von der Verschwörung der Ärzte zur Selbstbestimmung des Patienten, Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, 1992
 
Der Wahn, der mich beglückt - Karriere und Ketzerei eines Arztes

Prof. Hackethals Darstellungen, Warnungen und Beschwörungen haben leider nicht viel genützt. Die Situation ist heute in vieler Hinsicht sogar noch schlimmer als zuvor. Wir Patienten sind für viele Schulmediziner - glücklicher Weise nicht für alle - in erster Linie nützliche Idioten, die ihnen ihren oft recht aufwändigen Lebensstil garantieren.

Anderseits sind Ärzte oft auch selbst Opfer des Systems und werden von der Pharma-Industrie und vom übrigen Medizin-Kartell missbraucht. Echt bedauernswert sind dennoch nur wenige. Die meisten richten es sich auf diese oder jene Weise, und das kann man ihnen im Grunde ja nicht einmal übel nehmen. Warum sollten ausgerechnet Ärzte im Durchschnitt bessere Menschen sein als der Rest der Welt?

Doch wir haben Angst! Angst vor Krankheit und Siechtum und Angst vor dem Tod. Und deshalb erliegen wir nur all zu leicht den Verheissungen und Versprechungen vieler Ärzte und glauben ihnen mehr, als uns gut tut.

Was wir daher wirklich brauchen, ist eine kritische Betrachtung der Schulmedizin ohne Vorurteile und fixe Ideen. Wir müssen Spreu vom Weizen scheiden. Vieles an der Schulmedizin ist unersetzbar. Dennoch dürfen wir nicht mehr vor den Göttern in Weiss auf den Knien rutschen. Wir müssen die Sorge für unsere Gesundheit in die eigene Hand nehmen. Denn niemand hat so grosses Interesse daran, wie wir selbst.

Die "Todsünden" der Schulmedizin

Was ist es nun aber konkret, was der Schulmedizin als so besonders negativ angekreidet wird? Um nur einige der wichtigsten Vorwürfe zu nennen:

Die Schulmedizin missachtet die Selbstheilungskräfte des Organismus und arbeitet oft gegen sie statt mit ihnen.

Die Schulmedizin bekämpft "Krankheiten" statt dass sie versucht, den kranken Menschen zu heilen.

Bei der soganannten "Diagnose" (eig. "Durchblick") begnügt sich der Schul-mediziner oft mit der Benennung eines Krankheitsbildes, ohne nach den Ursachen der Krankheit zu fragen. (Dr. Thomas Kroiss nennt das "Onomasie".)

Alle Menschen werden über einen Leisten geschlagen, statt dass man versucht, für einen konkreten Patienten eine möglichst individuelle und passende Behandlung zu finden.

Die Schulmedizin ist in Spezialgebiete eingeteilt, die sich verselbständigt haben und sich um einander kaum mehr kümmern. Und dieser Trend zur immer weiter gehenden Spezialisierung ist nicht zu stoppen.

Die Schulmedizin ist nicht daran interessiert, kranke Menschen zu heilen, sondern begnügt sich damit, Symptome zu bekämpfen. Schmerzen etwa werden nicht mehr als Signale dafür erkannt, dass irgendwo im Organismus etwas nicht in Ordnung ist, das gesucht und geheilt werden muss, sondern man versucht, die Schmerzen als solche zu bekämpfen.

Diese Liste könnte beliebig verlängert werden. Näheres darüber findet man am raschesten in folgenden Publikationen:

Bruno E. Prowaznik
Die Zwei-Klassen-Medizin - Ein Wegweiser durch den Supermarkt der Heilsysteme
ISBN: 978-3-902346-21-6 198 Seiten- Paperback - 16 x 23 cm - € 19,80 (A) € 19,26 (D)
Erhältlich im Fachhandel, in Deutschland über LIBRI - Im Internet: AMAZON.DE


Dr. med. Thomas Kroiss
Ganzheitsmedizin Alternativ-Medizin Naturheilkunde was ist das?
Ein Skriptum für Studenten der Medizin und interessierte Laien
60 Seiten- Paperback - 14,8 x 21cm - € 5,50 (A) € 5,35 (D) + Porto
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