Der Chirurg und Klinikchef Prof. Dr. Julius Hackethal war Autor vieler standeskritischer Bücher. Seine Feststellungen sind das Resultat langjähriger einschlägiger Erfahrungen als Schulmediziner, der sich gerade deshalb von seinen Kollegen kein X für ein U vormachen ließ. Hackethal war ein unbeugsamer Streiter gegen die Borniertheit der etablierten Medizin. 1963 erregte er Aufsehen, als er seinem damaligen Chef vielfache Kunstfehler vorwarf. Sein Buch "Auf Messers Schneide, Kunst und Fehler der Chirurgen" machte ihn 1974 einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Darin plädierte er für Behandlungsalternativen, mehr Ethik sowie eine bessere Arzt-Patienten-Beziehung. Aufsehenerregend waren auch seine Thesen zur Krebsbehandlung, insbesondere des Prostatakrebs, sowie sein Bekenntnis zur aktiven Sterbehilfe.
Sein Buch "Der Meineid des Hippokrates" wird in der "Zwei-Klassen-Medizin" häufig zitiert.
Publikationen:
Prof. Hackethals Darstellungen, Warnungen und Beschwörungen haben leider nicht viel genützt. Die Situation ist heute in vieler Hinsicht sogar noch schlimmer als zuvor. Wir Patienten sind für viele Schulmediziner - glücklicher Weise nicht für alle - in erster Linie nützliche Idioten, die ihnen ihren oft recht aufwändigen Lebensstil garantieren. Doch wir haben Angst! Angst vor Krankheit und Siechtum und Angst vor dem Tod. Und deshalb erliegen wir nur all zu leicht den Verheissungen und Versprechungen vieler Ärzte und glauben ihnen mehr, als uns gut tut. Was wir daher wirklich brauchen, ist eine kritische Betrachtung der Schulmedizin ohne Vorurteile und fixe Ideen. Wir müssen Spreu vom Weizen scheiden. Vieles an der Schulmedizin ist unersetzbar. Dennoch dürfen wir nicht mehr vor den Göttern in Weiss auf den Knien rutschen. Wir müssen die Sorge für unsere Gesundheit in die eigene Hand nehmen. Denn niemand hat so grosses Interesse daran, wie wir selbst. Was ist es nun aber konkret, was der Schulmedizin als so besonders negativ angekreidet wird? Um nur einige der wichtigsten Vorwürfe zu nennen: Die Schulmedizin missachtet die Selbstheilungskräfte des Organismus und arbeitet oft gegen sie statt mit ihnen. Die Schulmedizin bekämpft "Krankheiten" statt dass sie versucht, den kranken Menschen zu heilen. Bei der soganannten "Diagnose" (eig. "Durchblick") begnügt sich der Schul-mediziner oft mit der Benennung eines Krankheitsbildes, ohne nach den Ursachen der Krankheit zu fragen. (Dr. Thomas Kroiss nennt das "Onomasie".) Alle Menschen werden über einen Leisten geschlagen, statt dass man versucht, für einen konkreten Patienten eine möglichst individuelle und passende Behandlung zu finden. Die Schulmedizin ist in Spezialgebiete eingeteilt, die sich verselbständigt haben und sich um einander kaum mehr kümmern. Und dieser Trend zur immer weiter gehenden Spezialisierung ist nicht zu stoppen. Die Schulmedizin ist nicht daran interessiert, kranke Menschen zu heilen, sondern begnügt sich damit, Symptome zu bekämpfen. Schmerzen etwa werden nicht mehr als Signale dafür erkannt, dass irgendwo im Organismus etwas nicht in Ordnung ist, das gesucht und geheilt werden muss, sondern man versucht, die Schmerzen als solche zu bekämpfen. Diese Liste könnte beliebig verlängert werden. Näheres darüber findet man am raschesten in folgenden Publikationen: Bruno E. Prowaznik |
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