"Zauber der Montur"
I n h a l t

Es gibt viele Dinge zwischen Himmel und Erde, welche die Menschen für sich in Anspruch nehmen, um das Glück für sich zu zwingen oder Unglück abzuwenden. Wer kennt da nicht das vierblättrige Kleeblatt, den Fliegenpilz oder das Bleigießen am Silvesterabend, womit wir einen Blick in die Zukunft des neuen Jahres zu erhaschen hoffen.

Früher, als die Menschen keine Ahnung von Bazillen, Krankheitserregern und Krankheitsübertragung hatten, musste ihnen jedes Leiden, jede Seuche und jedes Übel wie von einer übernatürlichen Macht verursacht scheinen, die sie beleidigt oder erzürnt hatten und die ihnen von dieser als Strafe oder Prüfung auferlegt wurde. Also richten sich Schutz- und Abwehrmittel darauf aus, die verursachenden Dämonen entweder abzuschrecken, abzulenken, zu bannen oder zu besänftigen.

Und da sind es gerade die Soldaten, die öfter als alle übrigen Menschen mit jenen Schnittpunkten in Berührung kommen, an denen das Übernatürliche in das Leben des Menschen eintritt. Seit jeher haben sie mit allen Mitteln versucht, sich vor diesem Zusammentreffen mit dem Schicksal zu drücken oder zumindest den Zeitpunkt des Eintretens möglichst lange hinauszuschieben.

Dieses Buch will zeigen, wie nicht nur vom einzelnen, sondern sogar auch staatlich gelenkt versucht wurde, sich selbst oder den Kriegsmann vor der drohenden Gefahr zu schützen. Fahnen sollten in einer immer unübersichtlicher werdenden Schlacht nicht nur als Orientierungspunkte dienen, sondern dem sterbenden Soldaten auch einen letzten Blick auf die Gottesmutter ermöglichen. Besonders sensible Teile von Waffen, ohne deren einwandfreie Funktion die ganze Waffe zu nichts mehr wert wurde, waren beliebte Anbringungsorte von abwehrenden Zeichen. Aber auch die Harnische wurden mit magischen Zeichen verbrämt, um Kugel und Schwerthieb wirkungslos abprallen zu lassen.

Vieles ist inzwischen verlorengegangen, aber einige wenige schützende Zeichen haben sich bis heute noch erhalten. Wie zum Beispiel die Distinktionssterne auf der österreichischen Soldatenuniform. Freilich kennt niemand mehr ihre ursprüngliche Bedeutung, so sehr sind sie schon zum Zierrat erstarrt. Für den Soldaten wie für den am Geheimnisvollen interessierten Leser, aber auch für den engagierten Sammler, gibt dieses Buch auf etwa 200 Seiten Antwort auf viele Fragen, die sich in den Bereichen Fahne, Uniform und Waffen immer wieder ergeben.